Warum braucht es Suchtprävention?
Grundsätzlich gilt es, zwischen zwei Kategorien von Abhängigkeiten zu unterscheiden: substanzgebundene Süchte, etwa Alkohol, Tabak, Medikamente, illegale Drogen und Legal Highs, sowie substanzungebundene Süchte wie Spielsucht, Internetsucht oder Kaufsucht.
Einen weiteren, gerade bei Jugendlichen nicht zu vernachlässigenden Bereich stellen Essstörungen dar. Diese werden nicht als Abhängigkeit im klassischen Sinn verstanden, weisen jedoch häufig zwanghafte beziehungsweise bindungsähnliche Muster auf und werden deshalb im Rahmen von Suchtprävention häufig mit betrachtet.
Der primär präventive Kinder- und Jugendschutz unterstützt Angebote, die die Persönlichkeit des Individuums in den Mittelpunkt stellen und stärken. Kindern und Jugendlichen sollen Verhaltensmuster vermittelt werden, die ihr Selbstvertrauen stärken, ihren Glauben an die eigenen Fähigkeiten stützen und ihnen ermöglichen, verlässliche soziale Bindungen aufzubauen und zu leben.
Darüber hinaus werden im erzieherischen Kinder- und Jugendschutz durch Projekte und Veranstaltungen Teilnehmende gegenüber den Themen Konsum, Konsummuster, Suchtmittel mit Suchtverlauf sowie Konfliktbewältigung sensibilisiert. Neben der Wissensvermittlung kommt der Befähigung zu einer allgemein positiven Lebensbewältigung und der Förderung von Schutzfaktoren eine zentrale Bedeutung zu.
Suchtprävention im Sinne des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes ist daher als kontinuierliche Sensibilisierung, Aufklärung und Wissensvermittlung zu verstehen.
Ziele
Das übergeordnete Ziel aller suchtpräventiven Aktionen besteht in der Vermeidung von
Abhängigkeit. Dafür werden zentrale thematische Bezugsfakten bearbeitet, sodass bei jungen Menschen eine Sensibilisierung für unterschiedliche Abhängigkeiten und
Suchtproblematiken entsteht. Wesentlich ist dabei die Vermittlung fundierter
Informationen, verbunden mit der Aufdeckung von Klischees und Vorurteilen. Auch die
Sensibilisierung für den eigenen Konsum sowie für traditionell verankerte
Konsummuster und Konsumrituale gehört zur Selbstreflexion.
Ergänzend werden die Angebote durch persönlichkeitsstärkende Maßnahmen unterstützt. Im Fokus stehen insbesondere Konfliktbewältigung, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Beziehungsfähigkeit. Ein selbstreflektierter, kritischer Umgang mit sich selbst und dem sozialen Umfeld trägt dazu bei, die Handlungskompetenz junger Menschen zu stärken.