Wie lange bleibt das Pflegekind in unserer Familie?
Pflegekinder sind Kinder auf Zeit. Selbst wenn ein Pflegeverhältnis auf Dauer angelegt ist, ist ein Verlassen der Pflegefamilie nicht generell auszuschließen. Wie lange ein Kind in einer Pflegefamilie bleibt, kann nur schwer vorher gesagt werden, da die Stabilisierung der Herkunftsfamilie unterschiedlich lange dauern kann oder evtl. gar nicht gelingt. Von der Pflegefamilie wird dadurch besondere Flexibilität gefordert.
Rückführungen, also der Umzug zurück zu den Herkunftseltern, verlaufen sehr individuell. Wie eine Rückführung gestaltet ist und in welchem Zeitraum sie stattfinden wird, kann zu Beginn eines Pflegeverhältnisses meist nicht festgelegt werden. Eine Rückführung ist von diversen Faktoren abhängig. Allgemein ist sie nur dann möglich, wenn sich die Eltern oder ein Elternteil soweit stabilisiert haben, dass davon auszugehen ist, dass sie die Betreuung des Kindes vollumfänglich alleine oder mit Unterstützung übernehmen kann. Dabei ist die Rückführung übergeordnetes Ziel während der gesamten Dauer des Pflegeverhältnisses.
Es ist auch möglich, dass Pflegekinder derart hohe und spezielle Bedürfnisse oder massive Verhaltensstörungen entwickeln, dass diese nicht länger von einer Familie aufgefangen werden können und eine Unterbringung beispielsweise in einer Einrichtung notwendig wird.
Weiter ist es auch möglich, dass sich innerhalb der Pflegefamilie Veränderungen ergeben, wodurch die Betreuung des Kindes nicht mehr vollumfänglich gewährleistet werden kann. Dies ist nicht als Versagen der Pflegefamilie zu betrachten. Kinder profitieren generell von der Familienstruktur und dem „Grundstock“, den sie von der Pflegefamilie mit auf den Weg bekommen, auch wenn sie nicht langfristig in der Pflegefamilie leben.